Kinder, die bis zum 30.6. des laufenden Jahres das 6. Lebensjahr vollendet haben, sind schulpflichtig. Da Entwicklungen unterschiedlich verlaufen, ist es möglich, dass nicht jedes Kind bis zu diesem Zeitpunkt die erforderliche Schulfähigkeit erlangt hat. Eine erfolgreiche Grundschulzeit erfordert jedoch, dass die Entwicklung des Kindes so weit fortgeschritten ist, dass es Freude am schulischen Lernen empfindet und von Anfang an mitarbeiten kann. Kinder, die noch deutliche Rückstände haben, werden daher für ein Jahr vom Schulbesuch zurückgestellt und in der Vorklasse intensiv gefördert und betreut. Im darauf folgenden Schuljahr werden die Kinder in die erste Klasse eingeschult. Der Vorklassenbesuch wird nicht auf die Dauer der Schulzeit angerechnet.

Die Zurückstellung kann bereits vor der Einschulung erfolgen, wenn abzusehen ist, dass das Kind den Anforderungen des ersten Schuljahres noch nicht gewachsen ist. Manchmal treten Schwierigkeiten jedoch erst im Schulalltag deutlicher auf. Daher besteht auch die Möglichkeit, Kinder nach der Einschulung zurückzustellen. In beiden Fällen wird frühzeitig Kontakt zu den Eltern aufgenommen.

Mögliche Anzeichen für eine noch nicht vorhandene Schulfähigkeit können bspw. sein: sehr geringe Ausdauer, mangelnde Konzentrationsfähigkeit, ein noch ausgeprägtes Spielbedürfnis, Unselbständigkeit, fehlende Gruppenerfahrungen etc.

In der Vorlasse wird in kleinen Gruppen (meist nicht mehr als 12 Kinder) gelernt und gearbeitet. Im Mittelpunkt steht die Förderung der Gesamtpersönlichkeit des Kindes. Die vielfältigen Übungen und Anregungen lassen sich jedoch verschiedenen Lernbereichen zuordnen. So beinhaltet der Vorklassenunterricht eine intensive Sprachförderung, Konzentrationsübungen, eine Hinführung zum mathematischen Denken, Bastel- und Malangebote, feinmotorische Übungen (z.B. Schreibschwungübungen), Förderangebote zur Sinnesschulung (z.B. Übungen zum genauen Hinhören und Hinsehen), sowie Musik- Sport- und Spielstunden. Zusätzlich zum Gesamtunterricht findet ein Angebot in Kleingruppen bzw. Einzelförderung statt.

Im Verlauf des Schuljahres sammeln die Kinder viele wertvolle Erfahrungen, haben Zeit zum Nachreifen und werden langsam ans schulische Arbeiten herangeführt.